Der schmale Grat zwischen Disziplin und Zwang

09/03/2016

Ihr habt es in dem ein oder anderen Post sicher schon gelesen, zur Zeit trainiere ich für die Staffel beim Vienna City Marathon am 10.April. April – wenn ich mir das so recht überlege, ist es nicht mehr sehr weit weg. Bis dahin muss ich noch einiges trainieren um mein Ziel – die 16,1km zu schaffen ohne am Ende zusammenzubrechen – zu erreichen. Und dazu benötige ich einiges an Disziplin.

DISZIPLIN – schon das Wort alleine ist irgendwie hart. Es gibt viele Lebensbereiche in denen ich sehr diszipliniert bin (oder zumindest sein kann), in anderen tu‘ ich mir eher schwerer. Die Gesellschaft sagt uns, dass Disziplin wichtig ist und einem gut tut – Dinge durchzuziehen, durchzuhalten und Sachen zu tun, die man sich vornimmt. Aber manchmal, wenn ich mich dann nach einem furchtbar anstrengenden Arbeitstag noch in meine Laufklamotten zwänge, obwohl ich eigentlich gar nicht mehr kann und viel lieber die Füße hochlegen würde, frag‘ ich mich ob das noch Disziplin ist oder einfach nur Zwang. Obwohl ich genau weiß, dass man sich Pausen gönnen muss, schreite ich dann oft an meine äußersten Grenzen und bin vollkommen fertig, wenn mein Körper mir dann tatsächlich zeigt wo Schluss ist.  So wie es auch vor drei Wochen war, als ich dann mit Grippe für eine ganze Woche im Bett liegen musste und auch die Woche danach kreislauftechnisch noch total am Boden war.

Und nachdem ich dann anfangs wieder richtig wütend auf mich selbst war, weil ich nichts tun konnte außer einfach nur den lieben langen Tag im Bett zu liegen, stellte sich bei mir ein richtiges Erleichterungsgefühl ein: „Ich muss nicht mehr raus, muss nicht mehr sporteln, weil ich krank bin.“ – Nur weil ich krank war, hab‘ ich mir erlaubt, mich mehr als eine Woche kaum bis gar nicht zu bewegen. Aber muss ich wirklich erst krank werden, damit ich mir das selbst gönne?

Ich weiß, niemand hat jemals einen Run oder ein Workout bereut – diese vielen tollen Motivationssprüche, die wir tagtäglich auf Instagram und auf Pinterest suchen und finden, die uns anspornen sollen. Versteht mich nicht falsch, manchmal ist es richtig gut seinen inneren Schweinehund zu überlisten und man fühlt sich danach ja auch wirklich gut. Aber manchmal darf einem sein Körper auch sagen, dass es genug ist. Man muss man seinem Körper eine Pause gönnen und ihn nicht bis an die äußerste Grenze pushen.

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Gerade jetzt wo ich unbedingt auf die 16km hintrainieren will, muss ich mir das immer wieder ganz bewusst ins Gedächtnis rufen. Das Laufen und Trainieren soll ja auch Spaß machen und nicht nur ein Zwang oder eine Last sein, deshalb hab‘ ich mir fest vorgenommen die nächsten 4 Wochen bis zum Marathon auch ganz bewusst Pausen einzuplanen und nicht wie wild jeden zweiten Tag zu laufen. Nachdem ich so krank war, musste ich wieder fast ganz von vorne anfangen – nach 5km war ich fertig mit der Welt. Heute hab‘ ich endlich mal wieder über 9km geschafft, ohne danach vollkommen KO zu sein. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass die 16km auf jeden Fall schaffbar sind. Es ist mir egal welche Zeit ich laufe, solange ich danach noch stehen und mich mit meinen Mitläuferinnen über unsere Leistung freuen kann.

Wie geht’s euch damit? Kennt ihr solche Gefühle bei euch auch?

 

xxx,
Sophie

12 Kommentare

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12 Kommentare

Colorstylebook 09/03/2016 at 9:06 PM

Super Post liebe Sophie ❤
Sehr gut geschrieben.

Liebste Grüsse
XX

Caroliny
http://www.colorstylebook.blogspot.com

Reply
Sophie
Sophie 11/03/2016 at 8:55 AM

vielen dank liebe caroliny :*

Reply
lesfactoryfemmes 10/03/2016 at 7:58 AM

Oh ja es ist wirklich schlimm wie wir uns manchmal selber an unsere Limits bringen und uns erst eine Pause gönnen wenn es eigentlich schon zu spät ist. Disziplin als Wort mag ich auch nicht aber irgendwie ist es auch wichtig um in bestimmten Bereichen des Lebens voranzukommen. Wie auch immer glaube ich, dass es wichtig ist seine eigene Work-Life Balance zu finden um nicht am Ende auszubrennen oder umzukippen. Pass auf dich auf und viel Erfolg noch beim Trainieren xx Deea&Laura
http://lesfactoryfemmes.com/

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Sophie
Sophie 11/03/2016 at 8:57 AM

Ja da hast du vollkommen recht – work-life balance ist das a und o ;)
danke :*

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Nina 10/03/2016 at 8:05 AM

wie wahr, toller Post :)

Liebe Grüße
Nina / https://lifestylebazar.wordpress.com/

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natacha 10/03/2016 at 9:57 AM

Ich glaube, es ist wie allem im Leben: nicht zu viel und nicht zu wenig – die Mischung machts! Unser Körper gibt uns ständig Signale ob uns etwas gut oder schlecht tut. Es muss nicht immer gleich eine Krankheit sein, manchmal sind es kleine Sachen, wie ein kleines Jucken, Muskelkater oder schlicht und einfach starke Müdigkeit. Wir müssen nur lernen diese Zeichen zu verstehen und auf unserem Körper zu hören. Ich wünsche dir viel Erfolg in der Staffel!
LG, Natacha

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Sophie 10/03/2016 at 4:51 PM

Ein wirklich toller Beitrag von dir. Ich gehe auch super gern laufen, allerdings einfach nur um fit zu bleiben. Bei mir sind es dann meisten nur 5km ca die ich laufe, aber das reicht mir voll kommen aus!

Sophie♥

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Julia 11/03/2016 at 2:07 PM

Ein super Beitrag! Bei mir wars früher genauso, mittlerweile höre ich auf meinem Körper und gönne ihm auch mal „Couchtage“ ;-) Ich hoffe du bekommst es hin und wünsche dir viel Erfolg beim Staffellauf!
xx Julia

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Sophie
Sophie 12/03/2016 at 8:01 AM

Vielen Dank :) Oh ja Couchtag sind wichtig!!!

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Krissisophie 12/03/2016 at 12:29 AM

Toller Text! Bei mir ist es so, dass ich mich teilweise wirklich dazu zwinge, ins Fitnesstudio zu gehen und Sport zu machen. Manchmal macht es mir ein klein bisschen Spaß, aber oft ist es mir lästig und ich quäle mich durch. Aber stolz bin ich am Ende dann trotzdem auf mich. :)

Ganz liebe Grüße,
Krissisophie von the marquise diamond
http://themarquisediamond.de/

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Sophie
Sophie 12/03/2016 at 8:00 AM

Ein bisschen den inneren Schweinehund überlisten ist immer gut ;) aber übertreiben soll man es hald nicht!

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Yasmin 19/03/2016 at 1:38 PM

Ich denke einfach, dass es die Mischung macht – wie so oft im Leben. Was Sport angeht, bin ich die letzten Monate viel zu undiszipliniert gewesen und könnte mich dafür in den Hintern treten – wirklich aktiv was dagegen zu unternehmen, fällt mir grad aber auch schwer. Das ist echt verflixt :D
Liebe Grüße,
Yasmin

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