WERBUNG KENNZEICHNEN IN ÖSTERREICH – MEINE TIPPS FÜR BLOGGER

27/08/2017

Disclaimer: Ich habe keine juristische Ausbildung und übernehme für meine Tipps keine Haftung. Mit diesem Beitrag will ich keine Ansprüche auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben erheben. Meine Tipps sind keine rechtlichen Auskünfte, sondern spiegeln lediglich meine Erfahrungen und Rechercheergebnisse wider. Um sicher zu gehen, solltet ihr in jedem Fall einen Rechtsanwalt konsultieren! Solltet ihr weitere Ergänzungen zum Thema haben, lasst es mich gerne wissen und ich werde diese nachtragen.

 

In den letzten paar Wochen hab‘ ich einige Nachrichten von Lesern und Followern zum Thema Transparenz meiner Beiträge beziehungsweise Kennzeichnung der Werbung erhalten. Ehrlich gesagt bin ich’s nun ein bisschen leid, mich ständig rechtfertigen zu müssen – und genau deshalb gibt’s heute einen Beitrag dazu. Einerseits an meine Leser und anderseits an meine lieben Bloggerkollegen, die genauso wie ich im Endeffekt ziemlich planlos dastehen, was dieses Thema betrifft. Wir haben zwar alle von den Abmahnungen und den nach sich ziehenden Gesetzen in Deutschland gehört, aber was das jetzt für uns hier in Österreich bedeutet, kann man nur ahnen…

 

An meine Leser…

Ich verstehe, dass der Wunsch nach Transparenz groß ist und dass ihr euch von Bloggern und Influencern keinesfalls (sorry für diesen Ausdruck) „verarscht“ vorkommen wollt. Und damit das nicht passiert ist es natürlich sehr wichtig, dass wir Werbung auch als solche kennzeichnen und euch nicht an der Nase herumführen. Natürlich kann ich nicht für alle meine Kollegen und Kolleginnen sprechen, aber ich kann aus meiner Sicht sagen, dass mir das selbst auch sehr wichtig ist. Es ist nur fair euch durch Kennzeichnung offenzulegen, welche unserer Postings in Kooperation mit Marken entstehen. Im Endeffekt sollte dies aber weder für uns noch für euch einen Unterschied machen, denn wir Blogger suchen uns unsere Partner normalerweise danach aus, ob und wie sie zu uns passen und nicht wahllos nach Honorar, auch wenn uns das oft  mal vorgeworfen wird. Ich will nicht lügen, auch ich hab‘ meine Kooperations-Leichen im Keller und war zu Beginn meiner Blogger-Karriere noch ein bisschen lockerer, aber mittlerweile weiß ich ganz gut, dass es weder mir und noch viel weniger euch etwas bringt eine Kooperation anzunehmen, die man nicht vertreten kann, nur weil man schon Dollarzeichen in den Augen hat.

In den letzten drei Wochen habt ihr mich sehr oft darauf hingewiesen, wenn ich irgendwo eine Kennzeichnung vergessen hab‘ und vielleicht hab‘ ich das ein oder andere Mal auch ein bisschen gereizt reagiert, das lag aber nicht daran, dass es mich prinzipiell nervt, dass man mich darauf hinweist, sondern daran, dass es einfach so oft passiert ist. Hier liegt die Schuld aber im Endeffekt ohnehin bei mir, denn ich war die Person, die es (vor allem in den Stories) vergessen hat. Das passiert mir vor allem dann, wenn es sich um PR-Samples und gratis Produkte handelt. Denn auch wenn ich absolut verstehen kann, dass auch das als Werbung klassifiziert werden muss, ist dieser Zusammenhang für mich einfach noch nicht 100% verankert. Ich muss gestehen, dass ich bis vor kurzem diese Postings – vor allem in den Instastories – sehr selten mit Werbung gekennzeichnet hab‘. Ich hab‘ kein Geld für diese Art von Stories und Postings erhalten und wenn ich euch die Produkte vorgestellt hab‘, dann nur weil ich es selbst wollte, sie gut zu mir passen oder ich sie einfach gerne verwende. Schlicht und einfach meine ehrliche Meinung zu Produkten, für die ich keine monetäre Gegenleistung erhalten hab‘ – ich hätte es ja auch nicht tun müssen. Da ich aber durch meine Follower- und Leserschaft sehr wohl einen Einfluss hab‘ und ja auch eine gewisse Gegenleistung in Form eines Produktes dafür erhalten hab‘, ist es Werbung – Punkt aus Ende und ich bemühe mich nun auch wirklich jede auch noch so kurze Story so zu kennzeichnen.

 

ALS BLOGGER WERBUNG KENNZEICHNEN IN ÖSTERREICH

MEINE TIPPS

 

An meine Bloggerkollegen…

Wie hoffentlich auch alle anderen lieben Blogger-Girls und Boys in Österreich hab‘ ich mir vor einigen Wochen die Live Session von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke auf Facebook angesehen und hab‘ nicht schlecht über so manche Aussagen von ihm gestaunt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich vieles sehr locker gesehen hab‘ und nun im Nachhinein einige meiner Meinungen und Aussagen revidieren musste. Auch wenn sich seine Aussagen vor allem auf Deutsche Regelungen beziehen, so dürfen wir Österreichischen Blogger nicht außer Acht lassen, dass wir mit unseren Blogs und Social Media Accounts auch deutsche Leser und Follower ansprechen und die Kennzeichnungspflichten somit auch für uns gelten. Zeit also uns genauer mit dem Thema auseinander zu setzen um keine Abmahnungen zu riskieren. Meine liebe Blogger Kollegin Verena von Who is Mocca? hat – wie ich während dem Schreiben dieses Beitrags draufgekommen bin – bereits einen sehr ausführlichen Artikel zu diesem Thema geschrieben, den ich euch sehr ans Herz legen kann. Ich möchte hier nun noch einmal eine kleine Checkliste für euch zusammenfassen und ein paar Dos and Don’ts herausstreichen, über die ihr euch vor dem Posten eines Beitrags beziehungsweise einer Story Gedanken machen solltet.

 

Das solltest du vor dem Posten abklären:

1. Hast du dafür Geld bekommen?

Ja – Kennzeichnung

2. Gibt es eine inhaltliche Vorgabe, die man dir für dieses Posting auferlegt hat?

Ja – Kennzeichnung

3. Wirbst du in irgendeiner Weise für dieses Produkt beziehungsweise die Dienstleistung?

Ja – Kennzeichnung
Diese Frage ist besonders interessant, denn hier wird uns allen wahrscheinlich klar, warum wir auch PR-Samples oder gar selbst gekaufte Produkte als Werbung kennzeichnen müssen. Durch unsere Reichweite und den Einfluss, den wir als Blogger beziehungsweise Influencer dadurch auf Menschen ausüben, können Aussagen, die wir tätigen meinungsbildend für unsere Leser und Follower sein. Sobald wir ein Produkt in den höchsten Tönen loben machen wir Werbung dafür und müssen dies somit auch kennzeichnen.

 

Wie soll gekennzeichnet werden?

  • Zulässige Kennzeichnung: Werbung, Anzeige, Advertorial
  • Unzulässige Kennzeichnung: Ad, Powered by, Danke…, In Partnerschaft/ Kooperation mit…
  • Grauzone: sponsored by/ gesponsert von
  • Gut ersichtlich, am Beginn des Posting.
  • Ob die Kennzeichnung auf Deutsch oder Englisch erfolgt, muss danach entschieden werden, welche Sprache die Zielgruppe spricht. Wenn du mit deinen Beiträgen sowohl deutsche als auch englische Follower und Leser ansprichst, solltest du auf Nummer sicher gehen und in beiden Sprachen kennzeichnen.
  • Auch Affiliate Links müssen als solche gekennzeichnet werden. Da man aber nicht davon ausgehen kann, dass jeder Otto-Normal-User auf Instagram und Co. den Begriff Affiliate hier im richtigen Kontext versteht, ist es wichtig diese aufzuklären – zum Beispiel durch das Add-on „Provisionslink“.

 

Achtung aufpassen!

  • Entgegen anderer Mythen, die im Internet kursieren sind #AD oder powered by in Deutschland als Kennzeichnung nicht zulässig.
  • Die Branding Tools auf Instagram und Facebook zu benutzen, ist als Werbekennzeichnung nicht ausreichend.
  • Auch Agenturen und Unternehmen können Fehler machen. Wenn diese eine falsche Kennzeichnung vorgeben, muss man sie auf ihren Fehler hinweisen. Solltest du aus diesem Grund abgemahnt werden, kannst du dich nicht auf die Agentur rausreden!

 

Weitere Literatur und hilfreiche Beiträge:

 

5 Kommentare

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5 Kommentare

Sandra Slusna 27/08/2017 at 8:34 PM

Toller Beitrag, wirklich interessant zu lesen, ich habe zwar noch nicht so viele Follower, also interessiert es sogut wie keinen, aber trotzdem habe ich schon einige Zusammenarbeiten, deswegen echt praktisch! Super Tipps. :)
Liebe Grüße,
Sandra

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Sophie
Sophie 27/08/2017 at 8:47 PM

super das freut mich :)

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Carry 27/08/2017 at 11:40 PM

Ohhhh what – echt interessant! Wusste einiges wirklich nicht – vielen Dank für die Tipps ❤️

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Simone 09/10/2017 at 4:42 PM

Hallo! Super, dass du das hier so schön zusammenfasst. Ich steh noch ganz am Anfang vom Bloggen und will natürlich so wenig Fehler wie möglich machen :P Weißt du zufällig wie das ist, wenn man zB den Instagram Post von einer Marke verlinkt? Ich trage das Produkt nicht, bekomme kein Geld (oder irgendetwas wie Produkte dafür) und beziehe mich auch nicht auf spezielle Kleidungsstücke oder Teile des Instagrambilds. Meiner Meinung nach ist das dann nicht Werbung eine gute Freundin von mit meinte, dass es aber eben schon Werbung sei. Mich würde deine Meinung dazu interessieren :)

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Sophie
Sophie 09/10/2017 at 4:51 PM

Liebe Simone,

das kommt ein bisschen darauf an wie viele Follower du hast. Ab einer gewissen Reichweite (die man hier leider nicht so genau definieren kann – würde allerdings sagen 10k) hat man Einfluss und macht durch Empfehlungen Werbung, auch wenn man die Dinge selbst kauft. Ich kennzeichne aber auch nicht alles als Werbung, nur weil ich es verlinke. Theoretisch müsste man aber denke ich schon. Ich hoffe, ich konnte dir damit ein bisschen weiterhelfen ;)

Liebe Grüße,
Sophie

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