DIE ERSTE GEMEINSAME WOHNUNG – VON WOHNUNGSGLÜCK UND HERAUSFORDERUNGEN

13/06/2017

Es ist soweit – nächste Woche werden der Mister und ich unsere erste gemeinsame Wohnung beziehen. Wir sind beide wahnsinnig aufgeregt und ich weiß, dass auch ihr ein bisschen neugierig seid. Zeit also, euch einen klitze-kleinen Einblick in unsere vier Wände zu geben und euch zu erzählen, wie wir die Wohnung gefunden haben, warum sie uns überzeugt hat und welche Herausforderungen uns in Zukunft, sowohl was die Wohnung als auch unsere Beziehung betrifft, erwarten.

 

DIE ENTSCHEIDUNG

Die Entscheidung zusammenzuziehen ist im letzten Sommer gefallen, als ich beschlossen hab‘ aus meiner WG auszuziehen und vorübergehend in die Eigentumswohnung einer Freundin zu ziehen, die für ein Jahr im Ausland ist. Da ich maximal ein Jahr in der Wohnung bleiben konnte, war es klar, dass wir das Projekt „erste gemeinsame Wohnung“ im Sommer diesen Jahres realisieren würden.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich die treibende Kraft in unserer Beziehung war, die unbedingt zusammenziehen wollte, aber ich denke, dass das nicht ungewöhnlich ist. Ich war es einfach leid, jeden Tag die Diskussion führen zu müssen, wer nun bei wem schläft. Ich brauch‘ euch nicht mehr erzählen, dass Manuel und ich ziemlich durchgeplante Wochen haben. Vor allem wenn wir innerhalb einer Woche viele Abendtermine auf der Agenda haben, kann es schon mal vorkommen, dass wir uns tatsächlich nur auf irgendeinem Event und dann erst am Wochenende wieder sehen – und das obwohl wir in der gleichen Stadt wohnen. Außerdem ist es wahnsinnig mühsam Kleidung oder Laptop ständig hin und her zu schleppen und mit Sackerl durch die Stadt zu laufen, weil man ja für den nächsten Tag hundert Dinge braucht.

In einer Wohnung zu wohnen und seinen Alltag zu teilen hat sehr viel Vorteile, auch wenn ich weiß, dass es speziell am Anfang sicher einige Diskussionen geben wird, schließlich prallen bei uns Welten aufeinander 😁 So realistisch muss man sein!

 

DIE WOHUNGSSUCHE

Die Leute sagen, dass es unfassbar schwierig ist in Wien eine Wohnung zu finden. Der Mister und ich haben die ärgsten Horrorgeschichten darüber gehört, wie der Freund, der Schwester, des Bruders, der besten Freundin von Manuels Mitbewohner über ein halbes Jahr nach einer Wohnung gesucht hat und keine gefunden beziehungsweise bekommen hat. Das hat uns natürlich schon ein bisschen Angst gemacht und uns bereits im April dazu gebracht, zum ersten Mal durch eine Immobilienseite zu scrollen, obwohl wir noch über vier Monate Zeit hatten.

Unsere Anforderungen an die Wohnung waren von Anfang an ganz klar: 7ter Bezirk (das war vor allem Manuels Wunsch, da er schon seit fast 6 Jahren dort wohnt und auf keinen Fall wo anders hinziehen wollte), Altbau, mindestens 70m2, mindestens 2 Zimmer, hell, eine schöne große Küche (das war vor allem mir wichtig, da ich gerne und viel koche und auch das eine oder andere Foto davon mache 😉), nicht im Erdgeschoss und natürlich auch keine utopischen Mietsummen.

Der Mister und ich waren uns über diese Kriterien eigentlich immer sehr einig, deshalb musste keiner von uns irgendwelche  Kompromisse eingehen. Aber nun zurück zur Suche beziehungsweise der Entscheidung…

Es war Ostermontag als wir zum ersten Mal richtig zu suchen begannen. Wir haben uns für eine Stunde hingesetzt (nein, wirklich nicht mehr) und mal fünf Wohnungen rausgesucht, die uns auf Anhieb gefielen. Denen hab‘ ich dann gleich eine Mail geschickt und prompt von zweien eine Antwort erhalten. Für den nächsten Tag wurde dann gleich die erste Besichtigung ausgemacht. Ich muss ehrlich sagen, dass ich diesen Termin nicht besonders ernst genommen hab‘. Ich weiß noch genau, wie ich zu Alina gesagt hab´: „Jo de erste Wohnung nehma sowieso net. Die schauma uns jetzt afoch amoi au, damit ma wissen wos ma net woin…“ (DEUTSCH: Die erste Wohnung nehmen wir sowieso nicht. Die schauen wir uns nur an, damit wir danach wissen was wir nicht wollen.) FUN FACT: Die erste Wohnung war DIE WOHNUNG!

Wir haben uns sofort beim Reingehen in diese erste Wohnung verliebt, die Lage, der Erker, die Küche, der Boden – alles hat gestimmt und als wir nach unserem Besichtigungstermin unten auf der Straße standen, haben wir uns angesehen und uns immer wieder gefragt, ob wir das jetzt wirklich tun können?! Kann man wirklich die erste Wohnung nehmen, die man sich angesehen hat? Oder kommt vielleicht doch noch etwas besseres? Haben wir wirklich genau geschaut? Wo ist der Hacken?

Um uns nicht vollkommen verrückt zu machen, haben wir die Fotos und den Grundriss der Wohnung gleich mal in alle Whatsapp-Gruppen geschickt und auf Rückmeldungen gewartet. Währenddessen wurden Mamis und Papis angerufen und konsultiert. Die Antworten, die wir bekamen waren immer die gleichen: NEHMEN, NEHMEN, MIETANBOT SCHICKEN, JA, JA!

Und so haben wir uns letztendlich für diese besagte erste Wohnung entschieden und keine weiteren Besichtigungen mehr wahrgenommen, sondern darauf vertraut, dass es die richtige Entscheidung sein würde und bis jetzt haben wir es keinen Tag bereut.

Natürlich war es nicht sofort klar, dass wir die Wohnung nur weil wir sie wollten auch bekommen würden, denn der Vermieter hat hier ja auch noch ein Wörtchen mitzusprechen. Eine Woche mussten wir zittern, bis ich eine kleine aber feine Mail in meinem Postfach hatte, die mich vor lauter Freude zum Hüpfen brachte. Endlich war’s fix – unsere erste gemeinsam Wohnung.

 

DIE WOHNUNG

Nun gibt’s natürlich auch ein paar Hard Facts zur Wohnung: Siebter Bezirk – check (so viel sei gesagt, ich brauch‘ ca. 5 Minuten zum Supercycle), Altbau – check, 77m2 – check, 2 Zimmer und ein Abstellraum – check, hell – check, schöne große Küche – check (natürlich könnte sie noch größer sein, aber es muss ja auch noch eine Steigerung geben), 3. Stock mit Lift und absolut leistbar – check, check. HALLELUJAH!

Das absolute Highlight an der neuen Wohnung ist auf jeden Fall der Erker. Wir waren sofort hin und weg und uns sind bereits bei der ersten Besichtigung zahlreiche Möglichkeiten eingefallen, wie wir diesen Ort am besten nutzen könnten. Ich denke, dass dies unser kleines Instagram-Eck wird, wo man hübsche Fotos machen kann, obwohl die restliche Wohnung vielleicht wie ein Schlachtfeld aussieht – hihi! Darüber hinaus haben wir ein super geräumiges Vorzimmer, ein wunderschönes Bad mit Tageslicht und einer Badewanne (für mich vor allem im Winter sehr wichtig!) und ein getrenntes Klo.

Natürlich ist die Wohnung aufgrund ihrer Lage nicht 100% ruhig, aber wenn man in der inneren Stadt wohnt, muss man einfach damit rechnen hin und wieder ein vorbeifahrendes Auto zu hören. Für uns ist die Wohnung also ziemlich perfekt.

 

DIE HERAUSFORDERUNGEN UND ÄNGSTE BEIM ZUSAMMENZIEHEN

Als ich euch Anfang der Woche gefragt hab‘, ob ihr Fragen bezüglich unserer Wohnung und dem Zusammenziehen habt, haben viele von euch speziell die Herausforderung angesprochen und wie wir damit umgehen werden. Deshalb wollte ich diesem Thema noch einen extra Absatz widmen.

Eine Frage von euch war zum Beispiel, wie wir uns die Miete beziehungsweise die restlichen Fixkosten aufteilen. Hier sind wir ganz pragmatisch und teilen alles zu gleichen Teilen – egal ob Miete, Betriebskosten, Internet oder Fernsehen. Schließlich nutzen wir es ja auch beide. Wir haben auch lange überlegt wie wir die Möbelstücke finanzieren sollen, ob wir alle gemeinsam kaufen, oder ob jeder bestimmte Möbelstücke kauft und man am Ende darauf achtet, dass jeder ungefähr gleich viel ausgegeben hat. So würden Manuel zum Beispiel die Couch und der Vorzimmerkasten gehören und mir der Esstisch und das Bett. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man sich trennt, weil man so schneller aufteilen kann. Da wir der Zukunft aber sehr positiv gestimmt sind und optimistisch denken, was unsere Beziehung betrifft, haben wir uns dagegen entschieden und kaufen alle neuen Möbel gemeinsam. Wir werden die Rechnungen aber ohnehin aufbewahren, um im Zweifelsfall einen Überblick über den Wert der Möbel zu haben.

Wie wir uns Lebensmitteleinkauf, etc. aufteilen haben wir uns bis dato noch nicht überlegt. Ich denke, dass sich das im Laufe des Zusammenlebens ergeben wird. Waschmittel, Klopapier und diese ganzen anderen sexy things werden wir uns teilen. Einmal kauft der eine, das andere Mal der andere.

Was die restlichen Haushalts-Chores anbelangt, werde ich vor allem für die Küche und das Essen verantwortlich sein und Manuel dafür wahrscheinlich die Wäsche übernehmen. Das ergibt sich bei uns eigentlich sehr natürlich, weil ich wahnsinnig gerne koche und mir dabei nicht gerne „reinpfuschen“ lasse und der Mister bei seiner Kleidung sehr heikel ist und das Waschen deshalb gerne selbst in die Hand nimmt. Damit das Thema Putzen in Diskussionen keine Überhand bekommt, haben wir hier vorgesorgt und werden eine Putzfrau engagieren. Mir ist bewusst, dass das ein Luxus ist, aber ich glaube, dass uns das viele Nerven spart ;)

 

…und nun noch kurz zu einer Frage, die euch wahrscheinlich alle interessiert: Hast du Angst vorm Zusammenziehen? Angst davor deine Wohnung mit deinem Partner zu teilen? Ihn zuhause ständig zu sehen? Angst davor, dass dieser gefürchtete Alltag in die Beziehung kommt? – Ganz ehrlich: JA! Ich denke, dass sowohl der Mister als auch ich einen gar nicht so kleinen Bammel davor haben, wie’s wohl sein wird, wenn wir ab nächster Woche unsere vier Wände teilen. Wir werden Diskussionen führen, wahrscheinlich ein paar Türen knallen und uns auch mal anschweigen, aber ganz bestimmt werden wir auch unzählige wunderschöne, lustige und entspannte Stunden miteinander verbringen. Wir haben viel mehr von einander und ich muss sagen, dass ich mich darauf freue, dass unsere Beziehung nun endlich einen Schritt weiter geht und ein Stück erwachsener wird. Ein bisschen Angst gehört dazu und ist gut – das Wichtigste ist, dass man’s trotzdem tut.

 

In diesem Sinne ganz viel Liebe zu euch und einen schönen Abend :)

xxx,
Sophie

 

PS: Ich werde nachdem ein bisschen Zeit vergangen ist und wir uns eingelebt haben, bestimmt mal ein kleines Update geben, in dem ich euch berichten werde, wie die ersten Monate so gelaufen sind und wie wir mit den Herausforderung umgegangen sind. Stay tuend!

 

Das erste Möbelstück steht bereits – ein wunderschöner Tisch aus Casa Jay Rox.

7 Kommentare

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7 Kommentare

Sandra Slusna 14/06/2017 at 6:06 AM

Toller Beitrag liebe Sophie, ich bin schon gespannt wie alles klappen wird, aber ich glaube fest dran, dass alles gut läuft. ;) Die Wohnung sieht schon echt vielversprechend aus und ich hoffe, du wirst uns auf dem Laufenden halten, was Interior… angeht. <3 Ich kann natürlich deine Angst verstehen, aber das ist doch nicht so eine kleine Sache und wie du selber auch geschrieben hast, der Mister hat auch bestimmt etwas Angst! ;)
Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück und bin schon wirklich sehr gespannt.
Liebe Grüße,
Sandra

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Katha_vienna 14/06/2017 at 10:58 AM

Wow 😍 Das war mal ein richtig erfrischender ehrlicher Post zu diesem Thema! Hat Spaß gemacht ihn zu lesen! Was bei mir auch immer gut funktioniert hat, war ein extra Haushaltskonto mit einer Bankomatkarte für jeden, auf das am Anfang vom Monat von beiden die gleiche Summe überwiesen wird und mit dem man dann alles zahlt, was anfällt :) Einkäufe, usw. Das kann man dann auch im Urlaub super verwenden beim essen gehen usw.
P.s: das mit der Putzfrau verstehe ich total 😊🙊 hab selber auch eine und verzichte gerne auf ein, zweimal ausgehen im Monat, ein neues Kleidugsstück o.ä. –> kostet nämlich ca das selbe 😂

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Martina 14/06/2017 at 11:37 AM

Ich freu mich für euch und wünsch euch eine wunderschöne Zeit in eurer gemeinsamen Wohnung:-)

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Ms Sparkle 14/06/2017 at 6:36 PM

toll dass ihr so schnell die wohnung gefunden habt :) bei uns war’s damals auch gleich die erste wohnung die wie besichtigt haben :) allerdings hat hier die suche bis mal eine wohnung alle kriterien erfüllt hat ein wenig gedauert. ;)
bei altbauwohnungen bzw generell ist für mich immer noch der HWB ein super wichtiger punkt der nicht zu vernachlässigen ist. da kann die miete noch so okay sein, wenn man dann im winter horrende heizkosten hat geht das nochmal ganz schön ins geld.
bin schon gespannt auf weitere einblicke in eure hübsche wohnung :)
alles gute für die erste eigene wohnung!!

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Vroni 14/06/2017 at 11:13 PM

Liebe Sophie,
Dieser Beitrag ist wirklich sehr sympathisch!
Ich wünsche dir und deinem Mister alles Gute mit der gemeinsamen Wohnung! Beneidenswert, dass ihr beiden bereits zusammengezogen seid. :)
LG Vroni <3

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Sonja 20/06/2017 at 10:06 AM

Liebe Sophie – ich wünsche euch alles Gute in eurer neuen Wohnung, die einfach wunderschön aussieht. Ich finde es total spannend darüber zu lesen, wie ihr das alles plant etc., da mein Freund und ich auch planen im nächsten Jahr zusammenzuziehen. Auf ein Update und deine Erfahrungen freue ich mich also.

Liebe Grüsse, Sonja
http://www.littlewhitepages.wordpress.com

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Laura 26/06/2017 at 9:54 AM

Liebe Sophie und lieber Mister Manuel, euren mutigen Schritt finde ich spitze! Bei uns ist es in zwei Wochen so weit und wir sind beide ziemlich aufgeregt :) In diesem Sinne, alles gute für die Zukunft in den gemeinsamen vier Wänden (wahrscheinlich sinds ein bisschen mehr, ich denke nicht, dass ihr nur einen Raum habt :) )
Liebe Grüße aus Bayern, Laura

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